Ratgeber
Presseverteiler: aufbauen schlägt kaufen
Die Suche nach dem richtigen Presseverteiler ist meistens die Suche nach einer Abkürzung, die es nicht gibt. Was stattdessen funktioniert.
Ein Presseverteiler ist eine Liste von Journalist:innen, an die du deine Themen schickst. Klingt banal - und ist trotzdem die Stelle, an der die meiste Pressearbeit scheitert. Nicht, weil die Liste zu klein wäre, sondern weil sie aus Adressen besteht statt aus Menschen.
Warum gekaufte Verteiler selten liefern
Verteiler-Dienste versprechen, deine Mitteilung an tausende Redaktionen zu streuen. Das passiert auch. Nur landet eine Rundmail ohne Bezug zum Ressort dort, wo alle Rundmails landen. Journalist:innen bekommen täglich zwischen 50 und mehreren hundert Mitteilungen; sie entscheiden in Sekunden, und der Filter ist immer derselbe: Betrifft das mein Thema, und spricht mich hier jemand an, der weiß, was ich schreibe?
Gekaufte Verteiler haben trotzdem eine Berechtigung - für Pflichtmeldungen, für Personalmeldungen und für Portale, die Mitteilungen automatisch übernehmen. Das erzeugt Einträge im Netz. Es erzeugt aber keine Berichterstattung, und die beiden Dinge werden gern verwechselt.
Der eigene Verteiler: 15 bis 30 Namen reichen
Ein Verteiler, der funktioniert, hat keine tausend Einträge. Er hat 15 bis 30 - und zu jedem gehört, welches Thema die Person bespielt, wo sie schreibt und was sie zuletzt veröffentlicht hat. Diese Liste baust du dir an ein bis zwei Nachmittagen, nicht mit einem Werkzeug, sondern mit Lesen.
- Lege eine Tabelle an: Name, Medium, Ressort, letzter relevanter Beitrag, Kontaktweg.
- Geh die fünf bis zehn Medien durch, in denen du erscheinen willst, und notiere die Namen unter den Beiträgen, die deinem Thema nahekommen.
- Ergänze, worüber die Person zuletzt geschrieben hat. Genau dieser Satz macht später deine Anfrage persönlich.
- Ordne jedem Kontakt eines deiner Themen zu. Wer keins passendes hat, kommt nicht in die Liste - noch nicht.
- Halte die Liste aktuell. Redaktionsstellen wechseln häufig, eine tote Adresse kostet dich den Termin.
Wie du den Verteiler benutzt
Nicht als Verteiler. Der Wert der Liste liegt darin, dass du einzeln schreibst: eine Person, ein Thema, ein konkretes Angebot. Der erste Satz beantwortet, warum genau dieses Medium genau jetzt darüber berichten sollte - alles andere kommt danach.
Nachfassen: einmal, nach etwa einer Woche, freundlich und kurz. Keine Antwort ist eine Antwort. Wer absagt, ist kein verlorener Kontakt, sondern jemand, der dein nächstes Thema vielleicht nimmt - deshalb bleibt er in der Liste, mit Datum und Notiz.
Kurz gesagt
Der beste Presseverteiler ist der, den du selbst gebaut hast, weil du dabei die Medien kennengelernt hast, in denen du erscheinen willst. Diese Arbeit lässt sich nicht kaufen - sie lässt sich nur machen oder abgeben.
Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung dazu steht in unseremkostenlosen PR-Leitfaden. Wenn du den Aufbau lieber gemeinsam machst, ist die PR-Begleitung dafür da.
Antworten
Häufige Fragen zum Presseverteiler
Was ist ein Presseverteiler?
Ein Presseverteiler ist eine Liste von Journalist:innen und Redaktionen, an die du deine Pressemitteilungen schickst. Man unterscheidet den eigenen, selbst gepflegten Verteiler von gekauften Verteiler-Diensten, die eine Mitteilung an tausende Adressen streuen.
Lohnt sich ein gekaufter Presseverteiler?
Für Sichtbarkeit in echten Redaktionen selten. Gekaufte Verteiler liefern hohe Reichweite bei sehr niedriger Trefferquote, weil eine unpersönliche Rundmail genau das Gegenteil dessen ist, was Redaktionen zu einer Recherche bewegt. Sinnvoll sind sie vor allem für Pflichtmeldungen und für Erwähnungen in Portalen, die Mitteilungen automatisch übernehmen.
Wie baue ich einen eigenen Presseverteiler auf?
Indem du die Medien liest, in denen du erscheinen willst, und notierst, wer dort welche Rubrik schreibt. Aus 15 bis 30 konkreten Namen mit Thema, Medium und Kontaktweg wird ein Verteiler, der besser funktioniert als jede gekaufte Liste mit 5.000 Adressen.
Wie oft darf ich an meinen Verteiler schreiben?
So oft, wie du etwas zu sagen hast - und keinen Kontakt öfter als etwa einmal im Monat ohne echten Anlass. Der schnellste Weg, in einem Spam-Ordner zu landen, ist der Versuch, Präsenz durch Frequenz zu ersetzen.
Wir haben die Kontakte schon.
In der PR-Betreuung sprechen wir die Redaktionen an, zu denen wir seit Jahren Kontakt halten. Erzähl uns im Erstgespräch, wo du hinwillst.